Weniger Milchprodukte besser für die Gesundheit?
Kontrovers diskutiert

Weniger Milchprodukte besser für die Gesundheit?

Zweifelhafte Ernährungs-Empfehlung der DGE

04. Juni 2024


Es fällt seit längerem auf: Naturnahe Lebensmittel werden von offiziellen Stellen zunehmend diskreditiert. Echtes, nachhaltig erzeugtes Fleisch ist out, der „moderne“ Mensch soll stattdessen  im Labor gezüchtete und in Schnitzelform gepresste Masse oder aus zweifelhaften Substanzen zusammengerührte Würstchen essen. Der jüngste Angriff gilt der Milch. Weniger soll mehr sein.

Gesunde Ernährung steht im Zeitalter des Übergewichts und der Herz-Kreislauf-Erkrankungen eigentlich hoch im Kurs. Das öffentliche Bewusstsein diesbezüglich wurde in den letzten Jahr(zehnt)en massiv geschärft. Mediale Mega-Kampagnen, etwa gegen das böse Cholesterin in Eiern, die schlechten Fette im Schinkenspeck oder das schädliche Kasein im Käse, haben den Konsumenten neue Erkenntnisse gebracht. Gleichzeitig wurde vielen von ihnen dadurch der Appetit auf naturnahe Lebensmittel verdorben. Hinzu kam und kommt die „Aufklärung“ über die Schäden, die selbst die extensivste Landwirtschaft und der ökologischste Ackerbau der Umwelt zufügen sollen. Kein Wunder sind heutzutage eine vegane oder vegetarische Ernährung die Minimalstandards eines „gesunden“ Lebensstils.

Der geneigte Leser wird in diesen Ausführungen einen kritischen Unterton bemerken. Dazu sei angemerkt, dass sich die Autorin selbst zwei Jahre lang vegan und danach zehn Jahre vegetarisch ernährte. Mit messbaren gesundheitlichen Nachteilen. Die unvermeidliche, journalistisch tiefgehende Recherche der „Causa“ führte seither zu einer zumindest wachsamen Haltung insbesondere gegenüber Ernährungsempfehlungen jener Institutionen, denen wir „eigentlich“ unsere Gesundheit anvertraut haben. Hier werden sehr rasch die Lobby-Einflüsse der Nahrungsmittel-Großkonzerne und der Pharma-Branche sichtbar.

Ungeachtet dessen und im journalistischen Verständnis einer sachlichen Berichterstattung können wir jenseits von Faktencheckern den Trend hin zu laborgenerierten bzw. synthetischen Lebensmitteln, die nur wenig Leben, dafür viel Chemie enthalten, feststellen. Da gibt es in Folie verpackten Schmelzkäse, der unter dem Bunsenbrenner Feuer fängt und wie Plastik heruntertropft und aushärtet. Da gibt es Toastbrot, das selbst nach Monaten noch nicht schimmelt oder auch nur sein Aussehen verändert. Einen Hamburger einer weltweiten Marke wollten im Eigenversuch nicht einmal die Ameisen oder Würmer anknabbern.

Jüngsten Anlass für Stirnrunzeln und kritische Anmerkungen von echten Gesundheitsexperten bieten die seit dem 1. Januar 2024 geltenden Nutri-Score-Regeln (inzwischen prangen die bunten Balken von fast jedem Nahrungsmittel). Danach ist Milch nun nicht mehr als Lebensmittel, sondern als Getränk eingestuft. Nach Aussage der Geschäftsführerin des Milchindustrie-Verbands, Dr. Angela Kohl, wird somit ein ernährungsphysiologisch wertvolles Lebensmittel wie die Milch mit Getränken wie Fruchtsaft, -schorle oder Limonade verglichen. In einem Artikel in der Zeitschrift Milchwirtschaft äußerte Frau Dr. Kohl diesbezüglich ihr Unverständnis.

Nutri-Score setzt falsche Signale

Ihrer Meinung nach setzt dieses erst kürzlich überarbeitete Label mit seinen für sie unwissenschaftlichen Regeln Milch und Milchprodukte in ein schlechtes Licht. So werde ein grünes „A“ ausschließlich für Wasser vergeben, eine gute Vollmilch erziele dagegen lediglich ein „C“. Dies setze völlig falsche Signale, sagte Dr. Kohl dem Magazin. (Dieses Thema werden wir im nächsten Newsletter gründlicher unter die Lupe nehmen).

Ähnlich entgeistert nehmen zahlreiche Naturärzte und Heilpraktiker, aber auch Ernährungsphysiologen und Sportmediziner die jüngste Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf. Diese hat kürzlich ihre lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen für Deutschland überarbeitet. Dabei wurde ein neu entwickeltes, „mathematisches Optimierungsmodell“ zugrundegelegt, das neben der Empfehlung einer gesunden Ernährung ebenso Aspekte wie Nachhaltigkeit, Umweltbelastung sowie die in Deutschland üblichen Verzehrgewohnheiten berücksichtigt.

Demnach sollen pflanzliche Lebensmittel in der Ernährung eine noch größere Rolle spielen (wofür im Falle von frischem Obst und Gemüse tatsächlich vieles spricht). Für Milch und Milchprodukte wurden die Empfehlungen dagegen nach unten korrigiert: Von nun an sollen nur noch zwei Portionen Milch(-Produkte) täglich gesund sein. Kritiker warnen, durch die neuen DGE-Empfehlungen könne es durchaus zu Defiziten bei der Nährstoffversorgung kommen. Gerade Milch und Milchprodukte (vorzugsweise die zuckerfreien und möglichst wenig prozessierten) enthalten wertvolles Einweiß, Calcium, Jod, sowie die Vitamine D und B.

Der COMTÉ jedenfalls wird aus bester, frischer und reinster Vollmilch hergestellt, die von glücklichen Kühen auf riesigen Weiden mit viel Gras und Grün stammt - und die ist ganz sicher gesünder als eine zuckerhaltige Limonade.

Bevor Sie also das nächste Mal eine Hafermilch, einen Soja-Joghurt oder einen veganen Käse kaufen, lesen Sie sich vielleicht einen der bereits erschienenen Artikel dieser informellen Serie durch. Sie finden diese allesamt auf unserer Webseite www.comte.de unter News-Archiv.
- „COMTÉ für Vegetarier?“ (August 2023)
- „Rohmilch-Hartkäse als wichtiger Baustein gesunder Ernährung“ (Dezember 2023)
- „Functional Food“ (Januar 2024)
- „Pflanzenmilch - ist das noch gesund?“ (Februar 2024)
- „Abnehmen mit Käse?“ (März 2024)

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