Die Kuhflüsterer
COMTÉ und Tierwohl

Die Kuhflüsterer

Der gute Kontakt von Mensch und Tier ist das A & O

14. September 2021


Die COMTÉ-Milchbauern kennen ihre Kühe sehr genau. Sie rufen sie nicht nur einzeln beim Namen, sondern kennen jedes einzelne Tier von klein auf und wissen somit auch über ihren Charakter, ihre Eigenarten und Gewohnheiten Bescheid. Daher erkennt der Bauer rasch, wenn eine Kuh ein Problem hat. Er „liest“ ihre Signale und kann sofort reagieren.

Marie Roy, Milchproduzentin in Vevy, hört zwar nicht das Gras wachsen, doch wenn eine ihrer schönen Montbéliard-Milchkühe ein Problem hat, spürt sie das sofort. Sie bemerkt die noch so kleinen Veränderungen im Verhalten ihrer Tiere und greift umgehend unterstützend ein. Das Geheimnis ihrer feinfühligen Tierkenntnis liegt im intensiven Kontakt, den sie schon zu den Kälbchen pflegt. Gerade die Beziehung zu einem Kalb in den ersten sechs Monaten seines Lebens prägt die spätere Beziehung zum Menschen. Marie Roy erzählt: "Ich spreche mit den Kälbern, berühre sie und gehe mindestens zwei- oder dreimal am Tag zu ihnen, damit sie sich an meine Stimme, meinen Geruch und meine Praktiken gewöhnen."

Durch diese empfindsame und respektvolle Beziehung der Kälbchen zu den sie täglich liebevoll umgebenden Menschen wachsen sie allmählich zu gesunden, selbstbewussten Kühen heran. Rinder sind gesellige Tiere und leben in einer Gruppe, zu der der Mensch von Natur aus nicht gehört. Der Milchbauer muss daher von den ersten Momenten des Lebens an allmählich das Vertrauen der Tiere gewinnen.

An die Bedürfnisse der Tiere angepasste Stallungen

Marie Roy und ihre Mitstreiter auf dem Hof „Gaec du Sauget“ haben hierfür schon bei der Neubau-Planung für ihre Stallungen die optimalen Voraussetzungen geschaffen. So sind die Kälber auf der belebtesten Seite des Hofes untergebracht, um den Kontakt zu den Menschen zu fördern. Die ganz Kleinen sich auf der Korridorseite und die Abkalbebox befindet sich in der Mitte. So haben die Mutterkühe ihre Ruhe und ihren Komfort, bleiben aber mit ihren Freunden aus der Herde zusammen, da es keine trennenden Wände gibt. Die Liegeboxen schließlich sind geräumig, hell und bieten 10 Prozent mehr Platz, so dass sich auch die "Schwächsten" hier wohlfühlen.

Auch wenn nicht alle COMTÉ-Milchbauern dergleichen optimale Voraussetzungen haben, so ist doch bei allen die enge und gute Beziehung zu „ihren Milchmädchen“ vorhanden und integraler Bestandteil der Arbeit. Am Ende – und das wissen in der Franche-Comté alle – ist eine gewertschätzte Kuh eine glückliche Kuh. Und die gibt nunmal mehr und vor allem bessere Milch.


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