Die Kühe lieben ihre Osteopathin
COMTÉ und Tierwohl

Die Kühe lieben ihre Osteopathin

Mit sanften Handgriffen die Gesundheit der Milchkühe verbessern

02. August 2021


Es hört sich vielleicht verrückt an, aber es ist eine gute Nachricht: Osteopathie gibt es auch für Tiere. Durch die Nutzung dieser anerkannten Methode werden auch bei den COMTÉ-Milchkühen immer häufiger bestimmte Krankheiten gelindert und das Wohlbefinden der Tiere spürbar gesteigert. Und glückliche Kühe geben nun mal mehr und bessere Milch.

Man könnte meinen, sie habe magische Hände oder wende irgendeinen Zauber an. Doch wenn Lucie Forestier etwa eine lahmende Kuh behandelt und diese danach wieder beschwerdefrei läuft, hat das ausschließlich mit der herausragenden Expertise und dem großen Einfühlungsvermögen der Fachfrau zu tun. Lucie ist Absolventin der Europäischen Schule für Tierosteopathie (ESAO) und arbeitet auf diversen Bauernhöfen in den Regionen Doubs und Jura. Mit sicherem Griff trägt sie dazu bei, bestimmte Krankheiten der Montbéliard-Kühe zu lindern und hilft den schönen und sanften Tieren dabei, ihr Gleichgewicht wiederzufinden.

Ihre gründliche Kenntnis der Anatomie von Tieren und die Anwendung der Osteopathie-Technik hat sich die junge Frau in einem fünfjährigen Studium angeeignet und durch inzwischen sechs Jahre Berufserfahrung ergänzt. Bei den Milchbauern in der Heimat des COMTÉ hat sich Lucie inzwischen einen Namen gemacht, denn nicht selten stellen die Bauern nach ihrem Besuch fest, dass sich das Wohlbefinden der behandelten Tiere und manchmal sogar deren Milchleistung verbessert hat.

"Ich fühle mich ernst genommen, die Landwirte vertrauen mir und unser Austausch ist sehr bereichernd“, sagt sie. Mit der Osteopathie könne sie keine Wunder bewirken, erzählt sie weiter, aber es könnten verschiedene Erkrankungen wie osteoartikuläre Traumata, also unerklärliche Lahmheit oder schleichende Frakturen, wie auch viszerale Störungen, Probleme mit ausgerenktem Becken nach dem Kalben oder Funktionsstörungen der Hinterhand behandelt werden. Die Osteopathie helfe auch bei Fortpflanzungsproblemen und manchmal sogar bei Syndromen der liegenden Kuh, wenn der Tierarzt nichts tun konnte.

Ihre Vorgehensweise zeugt von dem ausgeprägten Einfühlungsvermögen der jungen Frau, das sich auch in ihren Handgriffen zeigt. Sie beschreibt, dass sie sich auf jedem Hof, den sie besucht, auf die Art des Betriebs einstellt, sich zur Sicherheit des Tieres und ihrer eigenen daran anpasst. Sie versucht dann, mehr über die Vorgeschichte ihres "Patienten" wie letzte Abkalbung, letzte Brunst, bekannte Schwächen usw. zu erfahren. Erst dann beginnt ihre Behandlung, indem sie mit ihren Händen über den Körper des Tieres fährt, um zunächst Kontakt aufzunehmen und Vertrauen aufzubauen, bevor sie die anatomische Untersuchung durchführt. "Ich fühle die Unterschiede in der Bewegung der Wirbel, die Unterschiede in der Temperatur der Haut, die Unterschiede in der Qualität der Muskeln und so weiter. Ich stelle meine Diagnose dank der Informationen, die ich vom Tier erhalte, durch diesen verbalen und manuellen Austausch.“

Eines ist gewiss: Durch ihre fachgerechten Handgriffe und ihr Gespür ermöglicht es Lucie Forestier den Tieren, ihr grundlegendes Gleichgewicht wiederzuerlangen und die richtige Richtung für die Heilung zu finden. Ganz ohne Medikamente, einfach mit ihren Händen. Da könnte man fast neidisch auf die COMTÉ-Kühe werden.


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